Wann sich 3D auf einer Website lohnt — und wann nicht
Dreidimensionale Elemente auf Websites sind längst keine Seltenheit mehr. Die Frage danach ist keine technische — mit heutigen Browsern schafft das fast jeder. Die Frage ist, ob sie dem Besucher nützen oder ihn nur aufhalten. Unten steht eine Szene, die Sie drehen können, und dahinter eine ehrliche Rechnung, was 3D kostet.
Was Sie hier sehen
Das ist unser Logo — vier Quadrate und fünf kleinere, die sich verstreuen — als Würfel in den Raum gestellt. Ziehen Sie mit der Maus oder dem Finger, um es zu drehen. Die Schaltfläche Drahtgitter zeigen zeigt, woraus die Szene tatsächlich besteht: aus neun Würfeln mit je zwölf Kanten.
Die Szene ist kein Video und kein Bild. Der Browser berechnet sie laufend, bei jedem Einzelbild neu, mithilfe der Grafikkarte in Ihrem Gerät. Deshalb können Sie sie in jede Richtung drehen und nicht nur abspielen.
Der Preis, den man nicht sieht
Der häufigste Weg zu 3D im Web ist die Bibliothek Three.js. Sie kann deutlich mehr als diese Szene, aber der Besucher muss sie zuerst herunterladen — rund 600 Kilobyte. Im Mobilfunknetz sind das einige Sekunden, bevor überhaupt etwas erscheint.
Diese Szene ist direkt in WebGL geschrieben, das in jedem Browser bereits eingebaut ist. Nichts wird von fremden Servern geladen.
- Diese Szene
- 6,7 KB
- Dieselbe Szene mit Bibliothek
- ~600 KB
- Externe Dateien
- 0
- Einfluss auf die Geschwindigkeit
- 0 Punkte
Eine ganze Startseite mit dieser Technik: die Szene oben steckt mitten im Artikel, sie kann aber auch eine ganze Startseite tragen. Wie das in der Praxis aussieht, sehen Sie in der Demo-Vorlage Studio Kubus — 3D-Startseite.
Der Unterschied ist fast hundertfach. Warum das wichtig ist, haben wir im Artikel warum die Geschwindigkeit einer Website wichtig ist.
Wann 3D funktioniert
- Wenn es die Marke trägt. Ein Element — Logo, Zeichen, Symbol — das der Besucher im Gedächtnis behält, weil er es drehen konnte.
- Wenn ein Produkt von allen Seiten zu sehen sein muss. Möbel, Geräte, ein Architekturmodell. Hier beantwortet 3D eine Frage, die ein Foto nicht beantworten kann.
- Wenn es etwas erklärt. Der Schnitt durch ein Gerät, der Aufbau, der Ablauf einer Montage — Dinge, die sich in der Fläche schwer erklären lassen.
Wann 3D schadet
- Als Zierde ohne Bedeutung. Ein sich drehender Gegenstand, der nichts aussagt, lenkt von der Schaltfläche ab, wegen der die Seite überhaupt existiert.
- Auf einer Seite, auf der es die Leute eilig haben. Sucht der Besucher eine Telefonnummer oder die Öffnungszeiten, steht ihm 3D im Weg.
- Wenn es die Geschwindigkeit frisst. Eine Seite, die drei Sekunden länger lädt, verliert einen Teil der Besucher, bevor sie überhaupt etwas sehen — auch das 3D.
- Auf älteren Geräten. Nicht jedes Gerät schafft das gleich flüssig. Deshalb muss es einen einfachen Ersatz geben, wenn 3D nicht zur Verfügung steht.
Wie wir das handhaben
Wir versprechen kein 3D in unseren Paketen, solange es für einen bestimmten Kunden nicht wirklich sinnvoll ist. Diese Szene entstand als Versuch auf unserer eigenen Website — zuerst bei uns, erst danach beim Kunden.
Wenn Sie 3D für Ihre Website erwägen, lautet die erste Frage immer gleich: Was soll es dem Besucher sagen? Gibt es darauf keine Antwort, ist es ohne besser.
Denken Sie über Ihre eigene Website nach?
Schreiben Sie uns, was Sie zeigen möchten — gemeinsam finden wir heraus, ob 3D der richtige Weg ist oder ob ein gutes Foto besser passt. Schreiben Sie uns →